NEVER A DULL MOMENT

THE CENTER OF ATTRACTION

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Sie ist wunderschön. Eine Frau mit diesem wachen Blick, der Dir die gesamte Aufmerksamkeit sichert. Sie fixiert Dich freundlich beim Reden und Du weißt, solange sie Dich anschaut, hört sie auch zu. Dabei könnte sie sehr leicht abgelenkt werden. Wenn eines der Kinder sich irgendwie rührt zum Beispiel. Je nach Alter und Status direkt, indem es sie anstupst, per Telefon mit einem Anruf, per sms, whats app, wechat oder wie auch immer ihre Connections sind. Oder weil es ein zart bis durchdringendes Signal von sich gibt, wenn es noch nicht sprechen kann.

Und wenn ich Kinder sage, meine ich alle Kinder. Ihre eigenen, die von anderen, grosse, kleine, in Pflege genommene, als Patin übernommene, anvertraute, geliehene oder ganz neu auch Enkel. Irgendwie geht es immer um Kinder. Was sie tun, wo sie sind, wie es ihnen geht. Nicht dass es nicht auch anderen Gesprächsstoff gibt. Im Gegenteil. Sie bildet sich immer wieder neu, lernt dazu, entdeckt neue Kulturen, fremde Welten und teilt das Erlernte sehr gerne, auf Anfrage. Nie würde sie sich aufdrängen und ungefragt aus dem Nähkästchen plaudern.

Hat sie allerdings ein Ziel, das meistens damit zu tun hat, anderen zu helfen, kommt sie gerade und direkt auf einen zu. Akzeptiert ein Nein sicher, dass man aber eigentlich nicht wagt, ihr zu geben, viel zu einleuchtend sind die Gründe, die sie angibt, warum sie sich und warum man selbst sich engagieren soll oder sein Network bemühen muss. Dabei ist sie nicht eine von den gelangweilten Schickeria-Tussis, die Charity als fünftes Hobby neben Shoppen, Yoga, Botox und Luxusreisen haben. Die Projekte, die sie unterstützt, sind Herzensdinge, meist von ihr selbst initiiert, weil sie Zeugin von Missständen wurde. Enttäuschen darf man sie allerdings nicht, dann entzieht sie ihre Gunst hast-Du-nicht-gesehen schneller als man Fundraising buchstabieren kann.

Familie ist ihr Leben, ihre eigene sowieso, die der anderen wird wichtig, wenn sie Handlungsbedarf erkennt. In ihrem Leben scheint es Lösungen für jedes Problem zu geben und das liegt nicht unbedingt nur daran, dass sie ein gewisses Budget zur Verfügung hat. Es gab auch Tiefen, Rückschläge, Narben, Dinge, die man eventuell sieht, wenn man ihrem offenen Blick lange genug stand hält und sich noch mehr Seele auftut.

Warum ich gerade heute und in diesem Moment über sie schreibe? Zeit für besondere Frauen ist immer jetzt. Sie ist wahrscheinlich irgendwo auf der Welt unterwegs, ist bei einem der auf dem Globus verstreuten Kinder (eigene, etc., siehe oben), um an einem unwiederbringlichen Erlebnis – die Range reicht von Ruderrennen von Colleges über Restauranteröffnungen bis hin zu Hochzeiten und Geburten, ein Familientreffen, ein Schulprojekt in Afrika, Sport für traumatisierte Kids – dabei zu sein. Sie könnte auch zuhause sein, was nicht gleichbedeutend mit Heimat ist. Sie hat viele Orte auf der Welt, an denen sie sich angekommen fühlt, die ein oder andere Baustelle deutet darauf hin, dass es derer noch immer wieder neue geben könnte. Bei all dem schafft sie es, eine Liebe aufrecht zu erhalten, was nicht unwesentlich auch mit der Qualität des Partners zu tun hat. Superwoman? Maybe. In real aber glaube ich, dass sie einfach nur rechtzeitig erkannt hat, was wirklich wichtig ist im Leben. Ganz bei sich zu sein, sich nicht verbiegen zu lassen und für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die man für sich selbst definiert, Hunderttausend prozentig einzustehen. Ich wünschte, mehr Frauen würden Dich kennen und hemmungslos Deinen Stil kopieren.

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