Was’n das für’n Kombi?

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Muss man mal fahren dürfen: den BMW 540d xDrive Touring. Foto: BMW

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Spätestens seit dem vergangenen 24h-Rennen am Nürburgring 2026, an dem «so’n Kombi» von BMW als sensationeller Fünfter über die Ziellinie fuhr, wird diese Frage zu einem geflügelten Wort werden. So’n Kombi, den durfte ich auch mal testen, ist schon eine Weile her, aber der Eindruck war anhaltend.

You dreamt it, they built it

Rennsportfans, die am Wochenende 16./17. Mai 2026 in die Liveübertragung vom legendären 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife reingeschaltet haben, meinten sicher, ihren Augen nicht zu trauen. Mitten im mit 161 gemeldeten Fahrzeugen grössten Starterfeld seit über zehn Jahren fuhr ein Kombi mit. Ein BMW M3 Touring. Ursprünglich ein Aprilscherz – BMW M Motorsport selbst hatte am 1. April 2025 ein paar professionelle Renderings eines vermeintlichen Rennkombis ins Netz gestellt – war bald klar: Aufgrund des immensen Feedbacks der Fangemeinde von BMW musste so ein Auto her. Eingesetzt wurde er am diesjährigen 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und landete am Ende auf dem sensationellen fünften Gesamtrang. 

Das Ersatzfahrzeug

Ein BMW Kombi wurde mir als Testfahrzeug für die Fahrt zum letztjährigen Concorso d’Eleganza, an dem ich auf Einladung von BMW Schweiz teilnehmen durfte, verordnet. Eigentlich hätte es ein BMW 850i, ein Cabriolet für die pittoreske Fahrt über die Berge von Zürich nach Cernobbio sein sollen, aber den hatte wohl die Testperson vor mir so beschädigt, dass er nicht für mich zur Verfügung stand. Ich bekomme nicht oft Testwagen von BMW, die sind da sehr selektiv, aber ich hatte mich auf das Cabriofeeling gefreut. Und jetzt ein Kombi? BMW 540d xDrive Touring hiess das Gerät und ich stellte mich auf eine gemütliche Fahrt ein, es sei ja auch komfortabler, hatte sich die Pressestelle entschuldigt, wahrscheinlich mit Blick auf mein Geburtsjahr im Führerschein. 

Für Überraschungen gut

Das Schöne an unserem Beruf ist, dass man dann doch immer wieder überrascht wird. Der BMW 540d sieht äusserlich schnittig bis elegant aus (die Entwurfszeichnung oben zeigt die Intention), die M Carbon Black metallic Lackierung tat das ihrige dazu. Sitzen tut man gut in allen BMWs, das war keine Überraschung und das M Sports package in meinem Testwagen verhiess Spass beim Fahren. Es ist ein bisschen komisch, wenn man in einem Kombi sitzt und damit sportlich fahren will/soll, das ist irgendwie gegen die Natur. Ein Kombi ist praktisch, ein Raumwunder, lang (5,06 Meter) und in meinem Hirn als gemütliches Fahrzeug abgespeichert, ich habe sehr lange privat Kombis (Volvo XC 70) gefahren. Aber schon nach den ersten freien Metern auf den kurvenreichen Strassen rauf auf den San Bernadino gefiel es mir mit jeder Kehre mehr, wie lässig sich der BMW präsentierte, mit welcher Selbstverständlichkeit er die doch anspruchsvolle Route meisterte. Er fordert es geradezu heraus, seine 299 PS auszureizen, so ein TwinPower Turbo Motor hat eben seinen Reiz und das 8-Gang Steptronic Getriebe tut anstandslos und ohne Schweigeminute seinen Job. 

Nichts für die kleine Haushaltskasse

Was soll ich sagen: Ein sehr schönes Auto, das nur einen Haken hat – es ist verdammt teuer. Die Basisversion meines Testwagens kostet CHF 88’900. Der Testwagen, wie ich ihn bekommen habe, mit einer ganzen Batterie an Extras, würde mit CHF 126’840 zu Buche schlagen. Das sind fast CHF 40’000 mehr. Und wenn ich die Liste so durchlese, sind das ganz viele, die für das erfreuliche Fahrerlebnis verantwortlich sind: Adaptive suspension Professional (plus CHF 2’520), das bereits erwähnte M Sports package (plus CHF 5’450), das M Sport package pro (plus CHF 2’540) und das Innovation Package (plus CHF 2’660), was auch immer darin enthalten ist. Plus «Kleinigkeiten» wie der Driving Assistant Professional (plus CHF 3’110) oder die schönen Designdetails (Lackierung: plus CHF 1’490, Panorama Glasdach: plus CHF 2’070, um nur ein paar zu nennen). 

Fazit: Win on Sunday, sell on Monday, ich bin sicher, es wird einen Boom für Tourings geben nach dem Rennwochenende am Nürburgring. Und ich persönlich bin zwar keine Rennfahrerin, kann aber den Spass am Fahren mit so einem Auto guten Gewissens unterschreiben. 

Das Auto wurde von BMW Schweiz zur Verfügung gestellt.

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